Dachformen & Aufbauten

Satteldach, Flachdach, Schleppgaube, Trapezgaube, Spitzgaube, Lichtkuppel, RWA-Lichtkuppel. Was die Formen unterscheidet, was sie kosten und wann welche passt.

Satteldach

Das Satteldach ist die häufigste Dachform in Deutschland. Zwei geneigte Flächen treffen am First zusammen. Die Neigung liegt meist zwischen 30 und 50 Grad. Es ist die robusteste und am einfachsten zu sanierende Dachform.

In den Gründerzeitvierteln von Köln, Hamburg und München ist das Satteldach Standard. Die steile Neigung leitet Regen und Schnee gut ab. Wer den Dachboden ausbauen will, hat beim Satteldach die meiste Stehfläche.

Bei einer Neueindeckung wird die alte Deckung abgenommen, die Lattung erneuert und neu gedeckt. Der Dachstuhl bleibt in der Regel erhalten.

Satteldach sanieren:
Neueindeckung ohne Dämmung: 40 bis 115 Euro pro m²
Mit Dämmung: 140 bis 345 Euro pro m²
Je nach Material und Stadt

Weiterführend: Dachsanierung Köln · Dachsanierung München · Dachsanierung Hamburg


Flachdach

Ein Flachdach hat weniger als 10 Grad Neigung. Es entwässert nicht durch Gefälle, sondern über Abläufe im Dach. Das macht es anfälliger für stehende Nässe als ein Steildach. Mindestens 2 Prozent Gefälle zu den Abläufen hin sind Pflicht.

Flachdächer sind in Köln, Hamburg und im Ruhrgebiet weit verbreitet, besonders bei Gewerbebauten und Nachkriegsgebäuden. Die Abdichtung erfolgt mit Bitumenbahn, FPO oder PIB. Nach 20 bis 30 Jahren ist eine Sanierung fällig.

Ein Flachdach lässt sich gut begrünen. Ein Gründach dämmt, kühlt und wird von der KfW und den Landesbanken gefördert.

Flachdach sanieren:
Ohne Dämmung: 55 bis 115 Euro pro m²
Mit Dämmung: 140 bis 275 Euro pro m²
Begrünung zusätzlich: 75 bis 320 Euro pro m²

Weiterführend: Flachdach Köln · Flachdach München · Flachdach Hamburg


Schleppgaube

Die Schleppgaube hat ein einseitig geneigtes Dach, das sich an die Hauptdachfläche anschließt und nach unten "schleppt". Sie ist die Gaube mit der meisten Stehfläche unter dem Dach, weil die Decke fast waagerecht verläuft. Dafür ist sie die teuerste Gaubenform.

In Hamburg und in den norddeutschen Küstenstädten ist die Schleppgaube besonders verbreitet. Sie fügt sich gut in flachere Dächer ein. In München und Stuttgart, wo die Dächer steiler sind, ist die Trapezgaube häufiger.

Eine Schleppgaube braucht in fast allen deutschen Städten eine Baugenehmigung. In denkmalgeschützten Vierteln kann die Form eingeschränkt sein.

Schleppgaube einbauen:
9.500 bis 25.000 Euro
Je nach Breite, Stadt und Ausführung
Inklusive Zimmermann und Dachdecker

Weiterführend: Zimmermann Köln · Dachausbau Hamburg


Trapezgaube

Die Trapezgaube hat eine trapezförmige Front und ein kleines Satteldach. Sie ist der Kompromiss zwischen Stehfläche und Kosten. Mehr Stehfläche als die Spitzgaube, weniger als die Schleppgaube. Optisch fügt sie sich in die meisten Dachlandschaften gut ein.

In Köln, Dortmund und in den Ruhrgebietsstädten ist die Trapezgaube die häufigste Gaubenform. Sie passt zu den Satteldächern der Gründerzeitbauten und ist genehmigungsrechtlich unkomplizierter als eine Schleppgaube.

Trapezgaube einbauen:
8.500 bis 23.000 Euro
Je nach Breite, Stadt und Ausführung


Spitzgaube

Die Spitzgaube hat eine dreieckige Front und ein Satteldach. Sie ist die klassischste Gaubenform und optisch die unauffälligste. Weniger Stehfläche als Trapez- oder Schleppgaube, aber günstiger und in vielen Stadtteilen genehmigungsrechtlich einfacher.

In den Villenvierteln von München, Stuttgart und Düsseldorf ist die Spitzgaube verbreitet, weil sie sich gut ins historische Stadtbild einfügt. In denkmalgeschützten Vierteln ist sie oft die einzige erlaubte Gaubenform.

Spitzgaube einbauen:
8.800 bis 23.000 Euro
Je nach Breite, Stadt und Ausführung


Lichtkuppel

Eine Lichtkuppel ist ein kuppelförmiges Dachfenster für Flachdächer. Sie bringt Tageslicht in Räume ohne Außenwand, zum Beispiel in Treppenhäuser, Flure oder Büros. Die Kuppelform leitet Regenwasser gut ab und ist selbstreinigend.

Lichtkuppeln gibt es in verschiedenen Größen, von 60 x 60 cm bis 150 x 200 cm. Sie können fest oder öffenbar sein. Öffenbare Lichtkuppeln dienen auch der Belüftung. In Gewerbegebäuden sind sie Standard.

Lichtkuppel einbauen:
60 x 60 cm: 350 bis 900 Euro
100 x 150 cm: 820 bis 1.900 Euro
Elektrisch öffenbar: 1.100 bis 2.650 Euro

Weiterführend: Dachfenster Köln · Flachdach München


RWA-Lichtkuppel

RWA steht für Rauch- und Wärmeabzugsanlage. Eine RWA-Lichtkuppel ist eine Lichtkuppel, die im Brandfall automatisch öffnet und Rauch und Wärme aus dem Gebäude ableitet. Das schützt Fluchtwege und erleichtert die Arbeit der Feuerwehr.

In vielen gewerblichen Gebäuden, Treppenhäusern und öffentlichen Bauten ist eine RWA-Anlage gesetzlich vorgeschrieben. Die Lichtkuppel öffnet entweder über einen Thermoschalter (bei Hitze) oder über einen manuellen Auslöser. Elektrische Varianten lassen sich auch fernsteuern.

RWA-Lichtkuppel einbauen:
780 bis 2.650 Euro (je nach Größe und Ausstattung)
Wartung: alle 2 Jahre Pflicht
Wartungskosten: 80 bis 180 Euro pro Einheit

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