Begrünte Dächer werden in ganz Deutschland gefördert - aber die Programme sind kompliziert. Hier ein Überblick über KfW, NRW-Bank, LfA Bayern und mehr.
Ein Gründach - auch Dachbegrünung genannt - ist ein begrüntes Flachdach oder flach geneigtes Dach. Auf die FPO-Bahn oder Bitumenbahn kommt eine Schicht aus Filtersubstrat, darauf wachsen Sedum-Pflanzen oder Gräser.
Es gibt zwei Typen: extensiv (niedrig, pflegeleicht, 5 bis 15 cm Substrat) und intensiv (höhere Bepflanzung, 20 bis 50 cm Substrat, begehbar wie ein Garten).
Extensive Begrünung (Sedum):
75 bis 145 Euro pro m² inkl. Wurzelvlies und Abdichtung
Lebensdauer: 30 bis 50 Jahre
Intensive Begrünung (Bepflanzung):
145 bis 285 Euro pro m²
Lebensdauer: unbegrenzt - wie ein Garten
Die Förderung für Gründächer kommt aus mehreren Töpfen. Hier ein Überblick:
KfW 123 - Wohngebäude (Darlehen):
Bis zu 120.000 Euro Kredit pro WE
Zinssatz: günstig, tagesaktuell
Fördert energetische Maßnahmen inkl. Begrünung
NRW-Bank - Wohnraum + Klimaschutz:
NRW hat eigene Programme, die über die KfW hinausgehen
Fördert Begrünung und Dämmung kombiniert
Antrag über die Bank vor Ort
LfA Bayern - Klimaschutz:
Bayern-Programm für energetische Verbesserungen
Ergänzt die KfW-Förderung
Auch für Nicht-Wohngebäude
Abgesehen von der Förderung: Ein Gründach hat handfeste Vorteile. Es dämmt im Sommer - die Dachgeschoss-Räume bleiben kühler. Im Winter schützt es die Abdichtung vor UV-Strahlung und Temperaturschwankungen. Das verlängert die Lebensdauer der Bahn um 10 bis 15 Jahre.
Dazu kommt der ökologische Effekt: Das Gründach filtert Feinstaub, produziert Sauerstoff und hält Regenwasser zurück. In Städten wie Hamburg und Köln, wo Starkregen immer häufiger wird, ist das ein echter Beitrag zur Stadtentwässerung.
In verdichteten Innenstadtlagen - Hamburg-Eimsbüttel, Köln-Ehrenfeld, München-Schwabing - ist ein Gründach nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ein Verkaufsargument. Mieter und Käufer achten zunehmend auf Nachhaltigkeit.
Und: Manche Kommunen haben eigene Förderprogramme. Hamburg fördert über IB Hamburg, Düsseldorf über die Stadtverwaltung. Fragen Sie vor Baubeginn bei Ihrer Stadt nach - das Geld ist oft leichter zu bekommen als man denkt.